Zentraler Leader

Zentrale Leader könnte man in der Menschenwelt als Manager bezeichnen. Sie sind im Grunde Dreh- und Angelpunkt für jeden anderen Hundetyp. Sie besitzen eine ausgeprägte hohe soziale Kompetenz und sind darauf bedacht alle anderen Hundetypen positiv in den Verband einzugliedern, auch wenn dies bedeuten würde einen nicht enden wollenden Kraftaufwand zu betreiben um Disharmonien auszugleichen.
Zentrale Leader fallen oftmals dadurch auf, dass sie viel bellen. Dies unterscheidet sich jedoch gänzlich zum Bellverhalten eines Wächters, der einen Reiz meldet. Bellt ein zentraler Leader einen Reiz an so beschwert und schimpft er über diesen Reiz. Das bedeutet man muss mit dem zentralen Leader daran arbeiten, dass er ein Verständnis für die Reize entwickelt und aufhört anhaltend über diese zu schimpfen. Ähnlich wie der vordere Leader braucht der zentrale Leader eine gewisse Verarbeitungszeit um Reize sinnvoll für sich abzuschließen. Allerdings ist die Reizverarbeitung beim zentralen Leader unter den Leadern die kürzeste (die Reizverarbeitung beim hinteren Leader benötigt die längste Verarbeitungszeit).
Der zentrale Leader hat einen ausgeprägten Sinn dafür Gruppen, sei es Menschen oder Hunde, zusammen zu halten. Deshalb sind Beobachtungen in denen ein zentraler Leader einen wegrennenden Hund zurück holt, oder auch darauf achtet dass Menschengruppen zusammen bleiben, kein unnormales Bild.
Durch ihre zentrale Position als Dreh- und Angelpunkt haben zentrale Leader nicht nur einen Mitarbeiter, sondern gleich zwei, jeweils von einem Aufgabentyp. Von vorne beschützt sie daher ihr vorderer Wächter, der eng mit dem zentralen Leader verbunden ist. Von hinten erhält der zentrale Leader Rückendeckung durch den hinteren Führhund. Er hat somit einen unselbständigen und einen selbstständigen Mitarbeiter, mit jeweils unterschiedlichen Aufgabenbereichen und unterschiedlicher Positionierung (der eine hinten, der andere vorne).
Zentrale Leader sind sehr arbeitseifrige Tiere, dies nicht unbedingt auf Hundesportaktivitäten gesehen, wobei sie diese sehr gerne bei einem partnerschaftlichen Verhältnis mit ihren Menschen mit machen, sondern im Hinblick auf Hunde. Diese Leader benötigen vor allem die geistige Beschäftigung mit anderen Hunden, und vor allem mit passenden Hunden mit denen sie sinnvolle Arbeitsabläufe (anklickbar) üben können.  Zentrale Leader machen oft von Stöckchen oder anderen Ressourcen gebrauch mit denen sie sowohl bei Hunden als auch Menschen die Kommunikation miteinander testen. Ist ein zentraler Leader „arbeitslos“ da weder ein Zweithund, noch genügend Hundekontakt vorhanden ist so fangen diese Hunde oftmals an Objekte zu sortieren, ständig Bälle oder Stöcke umher zu tragen und diese vor Menschen oder andere Hunde abzulegen und anzustarren. Dadurch versuchen sie ihrer „Arbeitslosigkeit“ zu entkommen und mittels der Objekte Kontakt zu ihrem gegenüber aufzunehmen und für sich eine, wenngleich nicht gerade sinntragende, Aufgabe zu finden.
Einen zentralen Leader kann man nicht als Kommandoausführer sehen bzw. kann dies nur durch enormen Druck erreichen, der eigentlich so überhaupt nicht nötig ist. Wichtig bei einem zentralen Leader ist es, wie bei allen anderen Leadern auch, diesen Hund partnerschaftlich zu führen (anklickbar). Dadurch das diese Hundetypen Führungscharaktere sind ist es nur durch großen Druck möglich, dass solche Hunde bloße Ausführer von Anweisungen werden. Es bedarf bei einem solchen Hund mehr als ihm Kommandos beizubringen um ihn zu einem guten hündischen Gefährten zu machen.
Führt man diesen Hund partnerschaftlich und ermöglicht man ihm genug sinnvolle Hundekontakte so erhält man einen treuen und umweltsicheren Partner.