Vorderer Wächter

Vordere Wächter sind Hunde die Führung zwingend benötigen. Sie besitzen keine Kompetenz darin selbständige Entscheidungen zu treffen. Wie der Name bereits verrät ist ihre vordergründige Aufgabe, die eines Wächters. Das bedeutet sie wächtern die Umgebung und melden ungewöhnliche Reize. Diese Aufgabe führen sie für ihre zugehörigen Führungskraft, dem zentralen Leader, aus.

Sie wächtern aber nicht nur, sondern übernehmen ebenfalls die Funktion eines Bodyguards für ihren zentralen Leader, somit beschützen sie ihre Führungskraft mit Leib und Leben. Diese Hunde leben davon von ihrer Führungskraft Halt und Sicherheit vermittelt zu bekommen, es ist deshalb für sie existentiell wichtig dass ihr Ansprechpartner immer bei Ihnen ist und bei notwendigen Handlungssituationen vorgibt wie der vordere Wächter zu handeln hat. Da sie eine Wach-/Schutzfunktion übernehmen und Halt, Sicherheit und Körper von ihrem Ansprechpartner benötigen, sind diese Hunde auch überaus sensibel. Deshalb reagieren sie auf Stimmungsschwankungen, Unstimmigkeiten, Reizwahrnehmungen (bei Überforderung) und Chaos oft auffällig, sei es durch Aggression, Nervosität oder Hyperaktivität. Man kann diese Hunde deshalb auch als sehr guten Indikator für Hundegruppen nehmen, zeigt ein vorderer Wächter auffälliges Verhalten so spürt er aufgrund seiner sensiblen Wahrnehmung Unstimmigkeiten in seinem Umfeld und verhält sich deshalb so auffällig, da Unstimmigkeiten bei diesen Hundetypen ein Gefühl von Sicherheitsverlust auslösen und sie deshalb negativen Stress entwickeln, den sie wieder versuchen zu kompensieren.

Aufgrund ihrer Wächterfunktion melden Wächter Reize, dies sollte man bei diesem Hundetyp zur Kenntnis nehmen. Oftmals bewirkt der Versuch des konsequenten Unterbindens des Bellens nur dass der Hund umso mehr bellt. Der richtige Weg bei einem Wächter sollte weder sein das Bellen rigoros zu unterbinden oder es einfach zu ignorieren, sondern dem Hund durch die angemessene Bewertung dessen was der Hund meldet zu signalisieren welche Reize meldenswert sind und welche nicht. Zudem wertet man hierdurch das Selbstwertgefühl des Hundes auf, da man seine Fähigkeit bewertet anstatt diese zu bekämpfen. Dadurch erhält man nicht, wie vielleicht angenommen, einen ständig bellenden Hund, sondern einen Hund, der kontrolliert und nur kurz meldet und die weitere Handlungsweise seinem Halter oder aber dem zentralen Leader überlässt.

Oftmals haben vordere Wächter ein sehr großspuriges Auftreten, dies basiert auf ihrer Schutzfunktion für ihren zentralen Leader. Deshalb neigen aber vordere Wächter sehr schnell zunächst zu sehr wichtigtuerischem und protzigem Verhalten, wenn ihnen der zentrale Leader fehlt und auch der Hundehalter nicht effizient diese Rolle übernimmt. Dieses Verhalten nimmt oftmals im Laufe der Jahre zu und wandelt sich irgendwann zu äußerst aggressivem Verhalten. Durch die große Sensibilität des vorderen Wächters gerät dieser am leichtesten aus seinem inneren Gleichgewicht, wenn kein zentraler Leader vorhanden ist der diesem Sicherheit gibt oder sein Hundehalter, der diesen Aufgabenbereich effizient übernimmt.
Das Wesen eines vorderen Wächters ist ein Zwischenspiel aus großspurigem, mutigem Verhaltens und ängstlicher, körpersüchtiger und nach Anleitung suchender Persönlichkeitsanteile. Es sind Hunde, die, wenn sie in ihrem inneren Gleichgewicht sind, sehr lerneifrig sind und versuchen es ihrem zentralen Leader und/oder ihrem Halter immer Recht zu machen. Sie nehmen Anweisungen zuverlässig und mit großer Freude an und sind deshalb für Hundeaktivitäten wie Unterordnung, Agility, THS besonders gut geeignet, da sie darauf bedacht sind Anweisungen punktgenau auszuführen. Allerdings sollte man bei Sportarten wie z.B. Agility oder THS darauf achten, dass der Hund ein inneres Gleichgewicht hat, da er sich sonst durch die schnellen Bewegungen enorm hochspult und sich zu einem hyperaktiven Hund entwickelt. Oftmals liegt hier ein Gefahrenpotential da einige Hundebesitzer dann fälschlicherweise davon ausgehen, dass ihr Hund immer mehr körperliche Auslastung braucht, wobei ihm eigentlich der innere Halt fehlt, da ihm sein Umfeld und sein Halter nicht genug Sicherheit vermitteln um bei schnellen Bewegungen nicht das innere Gleichgewicht zu verlieren.