Hinterer Wächter

Hintere Wächter ähneln den vorderen Wächtern sehr. Sie besitzen ebenfalls die Aufgabe als Wächter für ihre zugehörige Führungskraft, hier der hintere Leader, zu fungieren. Genau wie bei den hinteren Führhunden, die den vorderen Führhunden sehr ähneln, jedoch Impulsivität und Vorwärtsdrang nicht ganz so stark ausgeprägt sind, ist es auch bei den hinteren Wächtern. Sie sind nicht ganz so Impulsiv und nach vorne drängend wie die vorderen Wächter. Gemeinsam haben beide Wächter, dass sie Führung zwingend benötigen und mit zu viel Freiraum überfordert sind.
Bei den hinteren Wächtern liegt noch die Besonderheit vor, dass sie sich in einem Hunderudel mit ihrer Führungskraft, dem hinteren Leader, tiefen verknüpfen würden, sprich eine sehr enge Beziehung mit ihrem hinteren Leader eingehen. Ist dieser nicht vorhanden versucht der hintere Wächter diese enge Beziehung mit seinem Bezugsmenschen einzugehen, allerdings ist hier der Mensch gefordert einen sehr genauen und eng gesteckten Rahmen für den hinteren Wächter zu schaffen. Denn dieser sensible Wächter neigt sehr schnell dazu sich regelrecht an die Fersen seines Halters zu heften – er sucht dadurch Schutz und Nähe, die der Mensch als Ersatz Hinterer Leader  erfüllen soll. Versäumt man es aber diesem Hund immer sehr genaue Anweisungen zu erteilen und erlaubt ihm hingegen den Menschen regelrecht zu vereinnahmen, so beginnt der hintere Wächter seinen Aufgabenbereich im Laufe der Jahre auf ein ungesundes Maß auszubreiten und überwächtert seinen Besitzer.
Dies bedeutet, dass er als Wächter versucht alles und jeden von seinem Besitzer fernzuhalten, erst geschieht dies nur hin und wieder und in keinem besorgniserregenden Rahmen, weitet sich mit der Zeit aber immer mehr aus und meist wird der Hund mit 4-6 Jahren stark verhaltensauffällig, indem er niemanden zu seinem Besitzer hinlässt. Um dies zu vermeiden muss der Mensch lernen seinen hinteren Wächter so zu führen wie ein hinterer Leader dies täte, liebevoll aber durchaus streng und durchsetzungsfähig in Dingen die ihm wichtig sind und immer darauf bedacht dem hinteren Wächter genau vorzugeben welche Reize denn wirklich gefährlich sind um ein Überwächtern zu vermeiden.

Hintere Wächter sind sehr sensibel und reagieren deshalb, ähnlich wie vordere Wächter, sehr sensibel auf Stimmungsschwankungen, Unstimmigkeiten, Reizwahrnehmungen (bei Überforderung) und Chaos. Dies äußert sich bei hinteren Wächtern oft in Nervösität und Hyperaktivität. Zudem neigen sie sehr oft dazu, wenn man ihnen nicht beibringt welche Reize zu melden sind und welche nicht, zu richtiggehenden Kläffern zu werden, die einfach alles melden ohne jeglichen Sinn dahinter, da sie nicht die Führung erhalten haben zu verstehen welche Reize zu melden sind und welche nicht.
Hintere Wächter sind oftmals Mobbingopfer, dies hängt damit zusammen, dass sie sich sehr schnell schutzlos fühlen durch eine fehlende Bindung (mit konsequenter Führung) zu Mensch oder passendem hinteren Leader. Sie fühlen sich dann angreifbar und strahlen dies auch aus. Eine Verhaltensauffälligkeit, die auf diesem Gefühl von Schutzlosigkeit basiert, ist sich vor Menschen und Hunden auf den Bauch zu schmeißen und das ständige Versuchen durch Lecken der Lefzen Beschwichtigungssignale auszusenden um das Gegenüber davon abzuhalten diesen Hundetyp zu mobben. Der Hund entwickelt dadurch einen Automatismus und unterscheidet dann auch nicht mehr ob ihn überhaupt jemand mobben wird, sondern handelt sofort mit Beschwichtigungssignalen, die bei anderen Hunden oftmals Unmut auslösen.

Wenn Sie solch ein Verhalten bei ihrem Hund beobachten, dann unterbinden Sie das und bieten ihrem Hund ihren Körper als Schutz und Blockade vor Außenreizen an. Ein solcher Hund hat massiv Stress und sollte lernen, dass sein Mensch ihm da raus helfen kann, so dass seine Handlungen unnötig werden.
Als Welpe sollte man einem hinteren Wächter klare Grenzen setzen, er benötigt von Anfang an Führung und vor allem ihren Körper, da dieser Hundetyp ein hohes Bedürfnis an Körperkontakt hat. Vermeiden Sie es diesen Hund von sich wegzuschicken, indem Sie ihn zum Beispiel zum Spielen schicken. Er lernt dann nur, dass er auf sich selbst gestellt ist und Taktiken entwickeln muss um mit anderen Hunden zurecht zu kommen.