Hinterer Führhund

Hintere Führhunde besitzen die Funktion als Rückendeckung für ihre Führungskraft, dem zentralen Leader, zu fungieren. Ähnlich wie der vordere Führhund ist auch der hintere Führhund ein recht selbständiger Hund, der dennoch geführt werden muss. Sie haben ein weniger impulsives, nach vorne stürmendes Verhalten an sich, was aber nicht bedeutet, dass hintere Führhunde sich nie vor ihrem Menschen bewegen. Lediglich Impulsivität und Vorwärtsdrang drücken sich nicht so stark aus wie bei dem vorderen Führhund. Diesen Hunden bürdet man oftmals zu viel Verantwortung auf, da sie durch ihre Selbständigkeit den Eindruck erwecken, damit zurecht zu kommen. Auffälligkeiten die sich entwickeln wenn ein hinterer Führhund überfordert ist, durch die zu große Verantwortung, ist oft anhaltendes Verbellen bei einigen Reizen, beispielsweise schnelle Menschen, Fahrräder, Autos, Hunde, etc. Es ähnelt dem motzenden Bellen von zentralen Leadern, da ein hinterer Führhund versucht die Aufgaben des zentralen Leaders zu übernehmen wenn ihm zu viel Verantwortung aufgebürdet wird. Doch wie gesagt es ähnelt ihm nur, bellt ein zentraler Leader nur kurz um seinen Unmut auszudrücken, ist der hintere Führhund bei Überforderung am anhaltenden Bellen und nur schwer wieder zu beruhigen. Erlaubt man ihm Hundeangelegenheiten selber zu regeln und mutet ihm unbewusst Kontakte zu in denen es keine zentrale Leader gibt, die gemeinsam mit dem hinteren Führhund für Ordnung sorgen würden, fängt auch hier der hintere Führhund an die Aufgaben des zentralen Leaders zu übernehmen und versucht die Hundekontakte so zu ordnen wie es ein zentraler Leader machen würde. Da ihm diese Kompetenz aber fehlt, neigt er sehr schnell dazu sehr tyrannisch mit Hunden umzugehen und sich darüber aufzuregen, dass andere Hunde auf seine Anweisungen nicht so reagieren wie gewünscht. Vor allem diese tyrannische Vorgehensweise gegenüber anderen Hunden ist ein deutliches Zeichen von Überforderung bei Führhunden.
Als Welpe sollte man diesem Typus Raum geben sich entfalten zu können um seine selbständige Weise zu entwickeln, dennoch genau darauf achten, dass dieser Hund merkt wann und wo ihm Grenzen gesetzt werden, damit er weiß in welchem Rahmen er sich entfalten kann. Der hintere Führhund führt gerne und bereitwillig Kommandos aus, aber nur wenn man nicht zu viel Druck ausübt. Anders als bei den Wächtern, die Anweisungen immer benötigen und deshalb auch sehr Kommandoführig sind, sind Führhunde selbständiger. Dies sollte man nicht ignorieren, denn man schafft sich dadurch Probleme indem der Hund Gegendruck erzeugt und dagegen ankämpft. Genauso reagiert er empfindlich auf zu viel Druck und neigt dann schnell zu Übersprungshandlungen.
Im Hundesportbereich kann man diesen Typ Hund sehr gut über Sportarten wie Mantrailing, Fährtenarbeit, Rettungshundearbeit, etc. beschäftigen da hier ein guter Rahmen für selbständiges Arbeiten aber auf Anweisungen des Menschens gegeben ist.