Die sieben Hundetypen

Es gibt sieben verschiedene Hundetypen, und ihr Hund ist einer dieser Typen, und das sogar schon von Geburt an. Stellen Sie sich das so vor wie bei Menschen wo einer der Kreative ist, ein anderer der Denker usw. diese Menschentypen kann man auch nicht einfach ändern. Und so verhält es sich mit den Hundetypen, ein Hund kann nicht von einem Typus zum Anderen wechseln. Er ist wer er ist.
Diese sieben Typen kann man noch einmal in Untergruppen sortieren, grob gesagt gibt es die Führungskräfte und ihre jeweiligen Mitarbeiter. Um genau zu sein sind drei dieser Typen Führungskräfte und vier dieser Typen Mitarbeiter. Das klingt zunächst einmal wenig aufschlussreich, doch wir dröseln weiter auf und es wird verständlicher. Betrachten wir zunächst die Führungskräfte, es gibt 3 solcher Typen da jeder dieser Führungskräfte andere Eigenschaften und Aufgaben hat als die jeweils anderen. Wenn wir eine Kette von sieben Hunden uns bildlich vorstellen würden so wäre der vorderste der Hunde ein Führungskraft, der mittlere und damit Angelpunkt dieser Kette und der Hinterste wäre ebenfalls eine Führungskraft. Diese Führungskräfte werden Leader genannt.

Führungskraft Hinterer Leader       Zentraler Leader     Vorderer Leader

Zu jedem dieser Führungskräfte gehört ein Mitarbeiter, dieser wird durch seinen jeweiligen Führer geführt. Hierbei ist zu beachten, dass jeder Mitarbeiter zu einer bestimmten Führungskraft gehört, ein anderer Führer hat nicht die Fähigkeit diesen Mitarbeiter zu führen, genauso anders herum.
Stellt man sich dies also wieder bildlich vor findet man in der Hundekette folgendes Gebilde. Zunächst kommt die vorderste Führungskraft, daraufhin folgt sein ihm zugehöriger Mitarbeiter. Nun habe ich vorhin bereits erwähnt, dass die zweite Führungskraft genau in der Mitte angesiedelt ist, da er Dreh- und Angelpunkt des Ganzen Gefüges ist. Es folgt also nicht Führungskraft – Mitarbeiter – Führungskraft – Mitarbeiter usw. das würde bei sieben Hunden auch gar nicht aufgehen. Der Dreh- und Angelpunkt eines Siebener Gespannes ist von der Wichtigkeit etwas sehr besonderes, er ist quasi der Zentralpunkt des Ganzen, deshalb hat diese zweite Führungskraft zwei Mitarbeiter, einen vor sich und einen hinter sich. Die Kette sieht also wie folgt aus Führungskraft – Mitarbeiter – Mitarbeiter – Führungskraft – Mitarbeiter –…  Und auch hier folgt erst der Mitarbeiter und dann die Führungskraft, da wir oben bereits erwähnt hatten, dass die letzte Führungskraft an hinterster Stelle angesiedelt ist und somit sein Mitarbeiter vor ihm ist.

Führungskraft Mitarbeiter

Gehen wir nun näher auf die Mitarbeiter-Typen ein, denn diese kann man in zwei Unterkategorien unterteilen. Die Mitarbeiter, die auf Ihre jeweilige Führungskraft folgen (Bild) nennt man Führhunde. Es sind Hunde, die zwar von ihren jeweiligen Führungskräften geführt werden, dennoch sind es selbstständige Hunde, denen von ihren Führern durchaus eigenständige Aufgaben übertragen werden. In einem Rudel würden diese Führhunde beispielsweise die Mitarbeiter hinter ihnen zur Jagd anführen (deshalb auch Führhunde). Ihre Vordergründige Rolle ist es aber vor allem der Gefährte und die Rückendeckung ihrer Führungskraft zu sein.

Führhund     Hinterer Führhund     Vorderer Führhund

Die Mitarbeiter hinter den Führhunden bzw. vor ihren jeweiligen Führungskräften nennt man Wächter, dies sind Hunde, die genaue Anleitung durch ihre Führungskraft brauchen. Sie sind bei zu wenig Führung überfordert und kommen damit überhaupt nicht zurecht, sie brauchen also immer Anleitung in Ihrem Handeln. Man nennt diese Mitarbeiter Wächter, da sie ihre jeweilige Führungskraft, der hinter ihnen (in der bildlichen Kette) ist bis aufs äußerste Verteidigen würden und Außenreize für das gesamte Rudel melden.

 Wächter                                                             Hinterer Wächter      Vorderer Wächter

Wir haben also, wenn wir jetzt einmal innehalten, drei Führungskräfte, zwei Führhundetypen und zwei Wächtertypen. Wenn wir dies wieder auf die bildliche Kette übertragen so finden wir folgende Aufreihung wieder: Vorderer Leader –  Vorderer Führhund –  Vorderer Wächter – Zentraler Leader – Hinterer Führhund –  Hinterer Wächter – Hinterer Leader. Die Reihenfolge vom vorderen Leader bis zum Zentralen wiederholt sich in der hinteren Gruppe also genau gleich. Deshalb kann man ein solches Rudel in zwei Gruppen unterteilen, die eine Gruppe nennen wir Vorrang und die andere Nachrang. Als Vorranggruppe werden die Hunde vom vorderen Leader bis zum zentralen Leader gezählt. Als Nachranggruppe die Hunde vom zentralen Leader bis zum hinteren Leader.

Vorrang Nachrang

Es fällt auf, dass jede Gruppe mit einer Führungskraft/Leader anfängt und endet. Dies ist wichtig, da die Mitarbeiter Führhund und Wächter immer ihren jeweiligen Leader als Ansprechpartner benötigen um sich innerhalb der Gruppe wohl zu fühlen. Damit man die Führhunde und Wächter der Vorrang- und Nachranggruppe unterscheiden kann nennt man diese je nachdem in welcher Gruppe sie angesiedelt sind Vorderer Führhund und Vorderer Wächter und für die Nachranggruppe Hinterer Führhund und Hinterer Wächter. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass man nicht sagen kann dass ein Hinterer Wächter, sollte er auf eine unfertige Gruppe Vorranggruppe mit fehlendem Vorderen Wächter treffen nicht einfach diesen Platz einnehmen kann. Denn die Aufgaben und Fähigkeiten dieser beiden Wächter sind zwar sehr ähnlich, sie unterscheiden sich aber darin, dass ein zentraler Leader nicht der richtige Ansprechpartner für einen Hinteren Wächter ist und umgekehrt.

 Kommunikationspartner

Dennoch versuchen Hunde durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit etwaige Lücken beim Zusammentreffen mit anderen Hunden auszugleichen. Bei Hundekontakten, wo der Hund auch die freie Wahl hat sich aus der Gruppe zu entfernen ist dies kein Problem. Problematisch wird es dann wenn der Hund dadurch enormen negativen Stress entwickelt, deshalb sollte man da sehr genau darauf achten.
In einem Haushalt mit mehreren Hunden ist dies problematischer, je nach Veranlagung des Charakters reicht die enorme Anpassungsfähigkeit von Hunden nicht aus um konfliktfrei auszukommen. Der Hundehalter sollte aber auch dazu angehalten werden bei Mehrhundehaltung mit Lücken darauf zu achten, dass die Hunde ihren passenden Ansprechpartner im Menschen finden um keine Verhaltensauffälligkeiten durch Frust, Stress oder Resignation zu entwickeln.
Das Wissen um die verschiedenen Hundetypen impliziert aber nicht, dass man sich definitiv einen weiteren passenden Hund anschaffen muss oder sogar im Gegenzug eigene Hunde abgeben muss, da sie nicht passen. Das Wissen um die verschiedenen Hundetypen soll helfen die eigenen Hunde bewusster wahrzunehmen, bei unpassenden Konstellationen als Mensch zu lernen welche Positionen man einnehmen muss um die Hunde zu unterstützen und bei Einzelhunden zu lernen wie sie typgerecht behandelt werden sollten um Verhaltensauffälligkeiten an ihrer Basis zu beseitigen oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen.